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Gravedona am Comer See

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2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Gravedona liegt am oberen Westufer des Comer Sees in der Ebene an der Mündung des Liro. Die Uferzone verbindet den See mit einem historischen Sakralensemble und dem Palazzo Gallio; dahinter steigt das Gelände zum Sasso Pelo und in die Seitentäler an. Gerade die Nähe von Kirchen, Ufer und Renaissancepalast macht den Ort zu einem lohnenden Ziel für Kulturinteressierte, während der Blick auf den See und den Monte Legnone die Landschaft des oberen Beckens einbezieht.

Santa Maria del Tiglio und das sakrale Zentrum

Santa Maria del Tiglio stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und wurde über einem älteren Baptisterium errichtet, das bis ins 5. Jahrhundert zurückreicht. Die Kirche gilt als Beispiel der romanischen Architektur am Comer See. Ihre Fassade besteht aus abwechselnden hellen und dunklen Steinlagen; Rundbogenfriese, Säulen, Fenster und die markante Turmform gliedern den Bau. Im Inneren finden sich Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert, darunter Darstellungen der Heiligen und ein Jüngstes Gericht. Der Besuch verbindet damit die Baugeschichte mit einem über mehrere Jahrhunderte gewachsenen Bildprogramm.

Nahe bei Santa Maria del Tiglio steht die Kirche San Vincenzo. Sie wurde im 11. Jahrhundert auf älteren Kultstätten errichtet und 1072 geweiht. Von der romanischen Anlage sind Teile der Außenmauern, die Apsiden und die Krypta erhalten. Spätere Umbauten veränderten den Innenraum; heute prägen die große einschiffige Kirche, Seitenkapellen und ein tiefer Chor den Eindruck. Die Krypta bewahrt mittelalterliche Bauteile und Fresken. Zusammen mit der Cappella della Morte bildet die Uferzone ein historisches Ensemble, dessen unterschiedliche Bauphasen sich bei einem Rundgang gut auseinanderhalten lassen.

Palazzo Gallio am See

Der Palazzo Gallio, auch Palazzo delle Quattro Torri genannt, wurde ab 1586 auf Wunsch des Kardinals Tolomeo Gallio nach Plänen Pellegrino Tibaldis begonnen. Der Bau wurde nach Gallios Tod 1607 vollendet. Seine vier massiven Ecktürme und die übereinanderliegenden Loggien prägen die quadratische Anlage auf dem vorspringenden Felsen zwischen Bergen und See. In den umgebenden Mauern sind Reste der mittelalterlichen Burg integriert. Der Palast ordnet sich damit zugleich in die Geschichte der Drei Pievi ein und bildet einen deutlichen architektonischen Gegenpol zu den älteren romanischen Kirchen.

Heute gehört das Gebäude der Comunità Montana Alto Lario Occidentale. Der große zentrale Saal wird für Ausstellungen, Konzerte und Tagungen genutzt; weitere Räume beherbergen Büros der Comunità Montana und die Gemeindebibliothek. Während der öffentlichen Öffnungszeiten ist der Palazzo zugänglich. Der Palazzo ist daher sowohl ein historischer Bau als auch ein weiterhin genutzter Kulturort. Am Ufer lässt sich die Architektur mit dem Blick auf das gegenüberliegende Becken verbinden.

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Gravedona im oberen Seebecken

In der näheren Umgebung ergänzen Dongo, Domaso am Westufer und Colico am nördlichen Seeende die Orientierung; Tremezzo liegt deutlich weiter südlich am Westufer. Am Ostufer liegt Bellano, dessen Schluchtlandschaft einen anderen Schwerpunkt setzt.

Für einen längeren Aufenthalt gibt es Unterkünfte in Gravedona.